Unterwegs in Alicante und was man in der Stadt entdecken kann

Esglesia de Santa Maria d'AlacantEsglesia de Santa Maria d'Alacant

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Großzügige Strandlandschaften, modernes Flair und die Dynamik einer europäischen Großstadt – all das erleben Sie in der Mittelmeer-Metropole an der Costa Blanca, der Stadt Alicante. Die Stadt gilt als Zentrum der Costa Blanca, der „Weißen Küste“ Spaniens. Mit ihren ca. 330 000 Einwohnern ist die Stadt recht groß und besitzt neben einem internationalen Flughafen auch einen großen Hafen. Über der Hafenstadt thront die markante und für die Stadt charakteristische Burg „Castillo de Santa Barbara“ mit ihrer 1200-jährigen Geschichte.

Explanada de Espana

Die Explanada de Espana ist wie die Burg ein Wahrzeichen der Stadt und besteht aus über 6.5 Millionen dreifarbigen Marmorsteinchen. Diese sind parallel zum Strand in einer charakteristischen Wellenfom gelegt und bilden ein gigantisches Mosaik.

Kurze Geschichte von Alicante

Erste Zeugnisse der Besiedlung des heutigen Alicante finden sich im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt. Der älteste Ansiedlungsort der Stadt befindet sich nach aktuellem Forschungsstand an der Mündung des Flusses Rio Segura – dort haben sich die Phönizier im 9. Jahrhundert v. Chr. niedergelassen. Die faktische Gründung der Stadt Alicante ist mit ca. 300 vor Chr. datiert, um diese Zeit haben sich die Griechen in der Region niedergelassen. Im Jahre 201 vor Christus haben die Römer die Ortschaften erobert und nannten sie Lucentum. Einen weiteren bedeutenden Einfluss auf die Region rund um Alicante hatten anschließend die Mauren, die zwischen 718 und 1249 nach Christus die Herrschaft über die sonnigen Landschaften Alicantes innehatten. Das Jahr 1265 ist in der Geschichte der Stadt von großer Bedeutung – in diesem Jahr wurde Alicante durch den berühmten spanischen König von Aragon, Jakob dem I., einem der einflussreichsten Monarchen Spaniens, von den Mauren zurückerobert. Seit der Rückeroberung befindet sich Alicante unter spanischer Herrschaft.

Aktivitäten in Alicante

In den Gassen von Alicante

In den Gassen von Alicante gibt es viel zu sehen

Die einladende Promenade von Alicante, die „Explanada de España“, ist sehr belebt und lädt täglich zum entspannten Flanieren ein. Hier finden sich auch zahlreiche Parkhäuser. Schauen Sie bei Ihrem Erkundungsspaziergang daher unbedingt im Hafen der Stadt vorbei – Sie finden hier insbesondere in den Abendstunden eine sehr belebte und dynamische Atmosphäre vor, die zahlreichen Hafenrestaurants und Lokale locken mit leckerer mediterraner Küche. Auch legen hier die Passagierfähren zur Insel Tabarca ab.

Das Castillo de Santa Barbara über der Stadt ist für jeden Besucher Pflichtprogramm. Sind Sie oben am Berg angekommen, bietet sich ein fantastischer Blick über die Stadt und die wunderschöne „Weiße Küste“ mit ihren weiten Stränden und türkisfarbenen Meereswellen. Zu erreichen ist die Burg Castillo de Santa Barbara zu Fuß durch malerische Gassen einer historischen Altstadt, mit einem Lift oder mit dem Auto, falls Sie sich für einen Mietwagen entschieden haben sollten. Rechnen Sie aber nicht mit Parkplätzen auf der Burg, in der Saison gibt es auch Busverbindungen, da der Andrang dann groß ist. Für Freunde des Wanderns empfehle ich immer die Möglichkeit, den Berg zu Fuß zu besteigen. Man sollte aber gut zu Fuß sein, es geht unzählige Treppen durch malerische Gassen den Berg hinauf. Die einmalige Aussicht, die sich von diesem Weg durch die Altstadt aus bietet, ist es auf jeden Fall wert.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Alicante ist das Viertel Santa Creu. Ein Bummel durch die verträumten Altstadtgassen bleibt unvergesslich. Es lädt mit seinen kleinen und winkeligen, typisch spanischen Gassen zum Flanieren ein und lässt Sie in das wahre Spanien eintauchen.

Zahlreiche bunte Villen finden sich dort ebenso wie interessante Bars und Cafés. Je höher man in diesem Stadtteil den Berg erklimmt, desto mehr verlässt man die typischen Touristenlokale. Wer sich Zeit für Alicante nimmt, sollte hier noch etwas mehr investieren, um das typische Spanien und die Spuren der Mauren zu entdecken.

Der Strand im Norden

Der Strand im Norden

Die Strände der Stadt beeindrucken wie die Promenade am Hafen, durch die Breite und scheinbare Unendlichkeit. Aber auch kleinere „versteckte“ Buchten“ hat die Region um Alicante zu bieten. Ist mal ein Strandtag angesagt, haben Sie die Wahl. Im Norden des Hafens von Alicante empfehlen wir Ihnen die „Playa de Postiguet“, welche mit einer schicken Promenade punkten kann und durch die breite Anlage ausreichend Platz für alle bietet. Gerade in den Sommermonaten ist es hier nicht ganz so voll, wie am Strand der Stadt.

Ikarus Nullpunkt im Hafen

Ikarus, der „Nullpunkt“ im Hafen der Stadt

Eine kleine Geschichte zu der Statue, die vom Wasser auf die Hafenpromenade blickt. Dieses stellt Ikarus, den Sohn des Daidalos aus der griechischen Mythologie dar. Sie wissen sicher, dass dieser in der Legende bei der Flucht mit seinem Vater aus der Gefangenschaft starb. Zur Flucht aus einem hohen Turm baute der Vater beiden ein Fluggerät aus den Federn der Vögel, die in jenem Turm lebten. Nur dass Ikarus sein Fluggerät zu hoch zur Sonne flog. Der Honig, der die Vogelfedern mit dem Fluggerätes verband schmolz in der Sonne und lösten sich ab. Er stürzte angeblich in den Tod, weil er der Warnung seines Vaters kleinen Glauben schenkte und unvorsichtig wurde. Soviel zur eigentlichen Geschichte – in Alicante wird man jedoch eines besseren belehrt. Ikarus überlebte den Absurz und bastelte aus den Überresten seiner Flugmaschine ein Surfbrett, das er auf dem Foto erkennbar unter dem Arm hält. Er hatte sich nach seinem Unglück in die Costa Blanca verliebt, blieb in Spanien und kehrte nicht nach Griechenland zurück.

Die Statue ist übrigens der Indikator für den Nullpunkt des Meeresspiegels. Da nirgendwo an der spanischen Küste eine so geringe Gezeiten sind, wurde im Hafen von Alicante der offizielle Messpunkt Spaniens in Form dieser Statue aufgebaut, wo man auch den Anstieg des Meeres in den Jahren beobachten kann.

Regionale kulinarische Erlebnisse für Besucher der Stadt

Mit ihrer Vielfalt und mediterranen Einflüssen zählt die spanische Küche sicherlich zu den interessantesten auf der ganzen Welt. In Alicante können Sie diese Vielfalt in vollen Zügen genießen. Von familiengeführten Kleinrestaurants, bis zu Angeboten auf Sternekoch-Niveau, hat die Stadt kulinarisch so einiges zu bieten. Von Tapas bis Paella steht Ihnen eine Riesenauswahl an regionalen, oft auf Meeresfrüchten basierenden Gerichten zur Auswahl. Probieren Sie doch mal die leckeren Gambas im Knoblauch-Dip oder eine der zahlreichen „Primer Platos“ (Vorspeisen). Hierzu zählt beispielsweise der Piriñaca, ein leckerer Salat aus Gemüsepaprika, Zwiebeln und Tomaten. Als Nachspeise wäre die Crema Catalana zu empfehlen, ein Creme-Dessert mit hauchdünner Karamellschicht.

Was man in Alicante unbedingt gesehen haben muss?

Das Castillo de Santa Barbara. Auf der offiziellen Seite gibt es übrigens noch viel mehr um die Geschichte und wie man eine Tour zur Burg am besten plant.

Das barocke Rathaus der Stadt, das einem Palast gleich kommt. Im Eingangsbereich erwartet den Besucher eine originale Skulptur von Salvador Dali. Oben überrascht der blaue Salon (Salón Azul), der 1858 für den Besuch der Königin Isabel II palastartig gestaltet wurde und die Stadt zu dieser Zeit schwer verschuldete. Hier war auch der Ausgangspunkt zu unserer Stadtführung, die wir allen Besuchern wärmstens empfehlen können – mehr dazu lesen Sie weiter unten.

Die Basilika Santa Maria war ursprüngliche eine maurische Moschee. Als die Stadt durch die Christen erobert wurde, wurde die Moschee in eine Kirche umgewandelt. Auf der zum Meer ausgerichteten Außenmauer kann man noch Eisenkugeln im Mauerwerk erkennen, die von französischen Kriegsschiffen abgefeuert wurden.

Wer sich für die Belagerung interessiert und die Geschichte um die Sprengung der Burg, die fast einen eigenen Stadtteil unter sich begrub, sollte sich aufmachen in das „Palacio El Portalet„. In diesem Palast erfährt man unglaubliche Zeugnisse aus vergangenen Zeiten der Stadt.

Das Archäologische Museum Alicante mit Dauer- und Wechselausstellungen rund um die Feld-, Stadt- und Unterwasserarchäologie mit lokalen Funden.

Archäologisches Museum Alicante

Archäologisches Museum Alicante

Museu de Fogueres: Eine Augenweide sind die Figuren, die einmal im Jahr verbrannt werden. Jedes Jahr wird das schönste Kunstwerk im Museum aufgenommen und von den Flammen gerettet. Ein Besuch, den wir empfehlen möchten. Der Eintritt ist übrigens ebenfalls frei.

Besondere Ziele für Familien mit Kindern

Um die Kids bei einer Stadtbesichtigung bei Laune zu halten, ziehen wir Eltern wenn möglich alle Register. Hier sind noch ein paar Tipps zu einem Besuch von Alicante mit Kindern:

Die Calle San Francisco in Alicante ist nur einen Seitenstraße von der Promenade entfernt und wird die Gangart der Kinder beschleunigen, wenn diese die vielen Pilze in dieser Kinder und Spielstraße entdecken werden. Hier können die Kids rutschen, klettern oder sich in den Spielhäusern verstecken, während die Erwachsenen vielleicht die eine oder andere Tapas Bar in der Straße ausprobieren. So haben Sie die Kinder im Blickfeld, wenn diese keine Pause machen möchten – der perfekte Moment für ein paar Familienfotos, da hier auch keine Autos fahren dürfen.

Wenn Sie den Familienurlaub in Alicante verbringen, sollten Sie mit den Kindern unbedingt die Insel Tabarca besuchen. Die Fähren legen übrigens an der Promenade ab.

Wie wir schon in unserem Beitrag Alicante im Winter beschrieben haben, bietet sich der ganzjährig geöffnete Spielpark mit einigen Fahrgeschäften auch für einen Besuch an. Sehen Sie sich um, hier ein Ausschnitt aus Google Streetview:

Die Kinderwelt ist leicht zu finden und habe ich hier in Maps für Sie markiert.

Persönliche und Kulinarische Tipps

Auf den Hauptstraßen versucht fast jedes Restaurant die Touristen in die Restaurants zu bekommen. Wer gerne das echte Spanien erleben möchte und etwas Zeit im Gepäck hat, sollte etwas weiter ab der Promenade nach dem Glück suchen. Ein paar Ausgangspunkte hätten wir hier:

Mercado Central de Alicante: Der Mercado Central de Alicante. Hier genießt man preiswerte Tapas in Top-Qualität und vielleicht ein Bier in eisgekühlten Gläsern. Unzählige Händler bieten auf mehreren Etagen frischen Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse.

Portal d’Elx: Eigentlich nur ein Straßencafe in einer für eine solche Stadt unglaublichen Umgebung. Ein kleiner Park mit uralten riesigen alten Fikus Bäumen, die die Sonne abhalten und es hier im Sommer sehr erträglich machen. Ein wunderbarer Ort, einen kühlen Drink zu sich zu nehmen. Wenn man schon in Alicante ist, sollte man das nicht auslassen.

Cervecería Sento Rambla: Die Cervecería Sento Rambla (Google Maps) ist eine kleine Bar, die den weltoffenen Touristen begeistern wird. Die Einrichtunng ist einfach, an der Theke können vielleicht ein paar Reste vom letzten Gast sichtbar sein, doch wen das nicht stört, genießt die unglaublich leckere frisch zubereiteten Gerichte. Die Stimmung ist sehr gut, es ist oft etwas eng, doch das Personal ist immer gut gelaunt und posiert auch gerne für Fotos. Besucht wird das Lokal vornehmlich von Spaniern, aber man ist Ausländern gegenüber sehr freundlich. Hier ist jeder gerne auf einen Drink oder einer kleinen Köstlichkeit – vom Bauarbeiter bis zur Polizei kommen hier alle Schichten zusammen – herrlich :)

Sento

Cervecería Sento Rambla

Wenn Sie die Stadt lieber mit einem Führer erkunden möchten um die tolle Ecken (mit den entsprechenden Hintergrundinformationen) zu entdecken, habe ich auch einen Tipp für Sie: Free Tour Alicante bietet am Tag und auch am Abend verschiedene Führungen durch die Stadt. Nach der ca. 2-stündigen Tour durch die Stadt, schmerzen vielleicht die Füße und der Kopf raucht von den vielen Informationen, doch die jungen Leute leisten unvergessliche Arbeit. Man erfährt hier Geschichte aus der ersten Hand. Wir wollen das unbedingt im nächsten Urlaub noch einmal unternehmen (übrigens war unser Tourguide Geschichtsstudent und wohnt in La Marina Pueblo). Häufig sind es Studenten, die sich mit der Liebe zur Stadt und deren Geschichte etwas dazuverdienen.

Dies war es dann leider auch schon wieder. Es war erst unser zweiter (richtiger) Besuch in der Stadt, da wir auch oft nur durch Alicante durchreisen. Aber hier einmal anhalten und die Geschichte der sympatischen Stadt aufzunehmen und etwas zur Ruhe zu kommen, lohnt sich doch sehr.

Bis bald und adiós,
Jürgen Jester